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Entwicklungspsychologische Aspekte bei der Betrachtung der Zielgruppe Kinder, jugendliche und junge Erwachsene

 

Die „Preschool-Kids“ – die 3-6-jährigen Kinder

 

Laut Entwicklungspsychologie wird ab dem dritten Lebensjahr die soziale Welt der durch beständige Interaktionen mit anderen, oftmals in Form des Spiels, komplexer. Dadurch entwickeln die „Preschool-Kids“ soziale Kompetenzen, welche ihnen beim Umgang mit Gleichaltrigen helfen. Diese Spiele sind in dieser Altersspanne die wichtigsten Aktivitäten, um die Umwelt zu erfahren und Kompetenzen für das tägliche Leben zu erwerben, denn beim Spielen entdecken und festigen die Kinder ihre Fähigkeiten und imitieren die Realität, indem sie verschiedene Rollen testen. Zusätzlich erproben die „Preschool-Kids“ durch unterschiedliche Spiele verschiedene Wertvorstellungen und verinnerlichen diese. 3-6-jährige Kinder erkennen durch diese Prozesse, über welche Fähigkeiten, soziale bzw. persönliche Merkmale und materielle Besitztümer sie verfügen. Sie richten ihre Wünsche auf eine Gruppe und versuchen diese unmittelbar und komplett durchzusetzen. Dies können wir am kindlichen Verhaltensmuster erkennen, bei dem die Heranwachsenden das Spielzeug eines anderen Kindes besitzen wollen. In dieser Phase sind die 3-6-jährigen Kinder meist egozentrisch, was im genaueren bedeutet, dass ihnen die Fähigkeit fehlt, zwischen der eigenen Interpretation und der der anderen zu unterscheiden. In Bezug auf das Geschlecht lässt sich festhalten, dass in dieser Zeit oftmals Geschlechterstereotypen aufgebaut werden, da 3-6-jährigen Kinder diese im Verhalten von Erwachsenen erkennen und eventuell als Art Vorschrift betrachten. Mit dem Übergang in das Schulsystem wird dieses zu einer dominanten Größe im Alltag und das Lernen beginnt nun einen zentralen Bereich der Freizeitaktivitäten einzunehmen. Besonders die älteren der „Preschool-Kids“ beginnen nun vieles in einem spielerischen Wettbewerb zu betrachten, um so die eigenen Kompetenzen zu erforschen und zu vergleichen.

Die „Kids“ – die 7-9-jährigen Kinder

 

Diese Phase der kindlichen Entwicklung zeichnet sich durch wachsenden Realismus und die zunehmende Entwicklung der Selbstständigkeit aus. Die Fähigkeit zur Empathie und somit zu einer gewissen Distanz zu der eigenen Gefühls- und Empfindungswelt, reift zunehmend bei den „Kids“. Genauer gesagt bedeutet dies, dass die 7-9-jährigen Kinder während dieser Phase beginnen, eine differenzierte Perspektivübernahme an den Tag zu legen, welche es ihnen ermöglicht zwischen ihrer eigenen und der Perspektive anderer zu unterscheiden.
Die Interaktion mit Gleichaltrigen wird immer wichtiger, während die Interaktion mit der Familie abnimmt. Die von Freunden erlernten Verhaltensmuster, Regeln und Rollen werden von den 7-9-jährigen Kindern erprobt. Doch meistens beginnen die „Kids“ in diesem Rahmen der Gruppenbildung auch damit sich selbst mit anderen zu vergleichen, was zu einem negativen Selbstbild führen kann. Diese Phase ist oftmals dadurch gekennzeichnet, dass eine Geschlechtertrennung stattfindet. Dies können wir daran erkennen, dass das andere Geschlecht oftmals pauschal abgelehnt wird. Gleichgeschlechtliche Gruppen tragen dazu bei die eigene Rolle zu finden und zu differenzieren. Mit dem Alter werden auch die Lernprozesse komplexer und die 7-9-jährigen Kinder haben eine größere Fähigkeit zur Strukturierung und Planung. Die Sprache wird dabei zunehmend wichtig für den Erwerb von Wissen und zum Lösen von Problemen. In diesem Alter ist die Leistungsbereitschaft und Lernmotivation noch stark von den Reaktionen der Umwelt abhängig, da es den „Kids“ oftmals noch an Selbsteinschätzung mangelt. Zur Maximierung der Leistungsbereitschaft sollte die Umgebung viel positives Feedback geben und die 7-9-jährigen Kinder in ihrem Prozess unterstützen.

Für Kinder generell und besonders für die 7-9-Jährigen ist das Spiel ein Ausgleich zum Schulalltag, doch es hilft ihnen gleichzeitig die Motorik, Sensorik und ihre emotionalen- sowie sozialen Kompetenzen zu stärken. Diese Spiele sind oft Funktions- oder Tätigkeitsspiele, Konstruktionsspiele oder Regelspiele.

Die „Tweens“ – die 10-12-jährigen Kinder

 

In dieser Altersphase liegt laut Entwicklungspsychologie ein Entwicklungs-Schwerpunkt auf der Ausweitung des Horizontes. Dies soll den 10-12-jährigen Kinder helfen, ihre Umwelt zunehmend logisch zu betrachten.

Diese logische Betrachtung führt dementsprechend nicht nur zu einer kritischen, sondern auch zu einer zunehmend sachlichen, nüchternen und realitätsbezogenen Betrachtung der Umwelt und der eigenen Grundeinstellungen. Diese eigenständige Betrachtung wird ebenfalls durch die sich formende Fähigkeit zur Abstraktion gefördert. Die Kompetenzen der „Tweens“ erweitern sich, wodurch sie verschiedene Aspekte gedanklich verbinden und abstrakte und komplexe Zusammenhänge verstehen. Ebenso lernen die 10-12-jährigen Kinder in diesem Alter Dinge zu verallgemeinern, verschiedene Sichtweisen nachzuvollziehen und distanziert zu betrachten. Wir können bei den „Tweens“ einen zunehmenden Wirklichkeitsbezug, sowie ein klares Regelverständnis und eine stärkere Gruppendynamik beobachten.

Die 10-12-Jährigen bekommen ein Gefühl für ihre Einzigartigkeit, da sie merken, dass sich ihre Gedanken und Gefühle von denen anderer unterscheiden. Durch beispielsweise Kleidung, Sprache und Musik erfolgt eine Abgrenzung zu den Erwachsenen und eine Findung in einen festen Platz, welcher ihnen den Übergangsprozess vom Kind zum Jugendlichen erleichtert. Während dieser Entwicklungsphase werden Lifestyle und eigene Hobbies wichtiger. Dabei nehmen die „Tweens“ von den – in ihren Augen kindlichen Spielzeugen –  Abstand und wenden sich neuen Objekten zu.

In dieser Zeit gibt es einen signifikanten Geschlechterunterschied, da der Reifeprozess bei Mädchen früher stattfindet als bei Jungen. Durch die unterschiedlichen Entwicklungslevels erreicht die Intensität des Austausches mit dem anderen Geschlecht den Tiefpunkt. Bei Mädchen beginnt hier oftmals die Pubertät, welche eine biologische und emotionale Umbruchszeit ist. Bei den Jungen beginnt die Adoleszenz oft erst mit 12 bis 13 Jahren.

Die „Teenager“ – die 13-15-jährigen Jugendlichen

 

In der Jugendzeit gehen die Jugendlichen durch eine Phase schneller körperlicher, sexueller, psychologischer, kognitiver und sozialer Veränderungen. Diese ist für viele „Teenager“ nicht immer problemfrei.

Die Pubertät ist eine Zeit des Umbruchs, in der es wichtig ist ein Identitätsgefühl zu entwickeln. Das bedeutet, dass die 13-15-jährigen Jugendlichen danach streben, ein eigenständiges Individuum mit unverwechselbaren Merkmalen zu sein. Es entsteht eine neue Einheit aus physisch-psychischen Erlebnis und Selbsterfahrungen. Dies führt zu einer wachsenden Entwicklung des Ich-Gefühls und somit einer Abgrenzung von anderen Personen. Für diese Selbstfindung lösen sich die jungen Menschen weiter von ihrem Elternhaus ab und versuchen die ersten Schritte in ein unabhängigeres Leben zu gehen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Familie eine geringe Rolle spielt. Eltern und Geschwister bleiben weiterhin eine wichtige Bezugsgröße und Sozialisationsinstanz im Leben der „Teenager“.

Freundschaften haben jedoch in der Jugendzeit eine besondere Bedeutung. Peers sind eine große Stütze und ermöglichen es den Jugendlichen über ihre wahren Gefühle, Probleme, Ängste oder Zweifel zu sprechen. Wichtig dabei ist, dass diese Freunde loyal und vertrauenswürdig sind.

Durch das Einsetzen der Pubertät entstehen auch größere Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Erkennbar ist dies beispielsweise am Verhalten innerhalb der Gruppe. Die Jugendphase ist eine der schwierigsten Entwicklungsphasen im Leben eines Menschen. In dieser Phase haben die „Teenager“ noch keine festen Rollen, sondern arbeiten daran, das eigene Ich, die Ansprüche anderer Menschen und gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen zu vereinen. Dies zeigt, dass die 13-15-jährigen Jugendlichen nicht nur das Prinzip eines Systems wahrnehmen und dessen Perspektive nachvollziehen, sondern auch gesellschaftliche und moralische Perspektiven einnehmen können.

Die „Youngsters“ – die 16-19-jährigen Jugendlichen

 

Ab dem 16. Lebensjahr ist die Pubertät oftmals in der Spätphase, wodurch die körperlichen Veränderungen ins Leben integriert sind. Trotz des vorangeschrittenen Zeitpunktes der Pubertät, haben die „Youngsters“ meist noch ein geringeres Selbstwertgefühl, eine hohe Verletzlichkeit und einen großen Wunsch nach Eigenständigkeit. Freundschaften zu Gleichaltrigen sind für die 16-19-jährigen Jugendlichen sehr wichtig. Sie dienen ihnen als emotionale Stütze und zudem bieten sie auch die Möglichkeit ihr Verhalten, ihren Geschmack oder ihre Vorstellungen ohne Ablehnung zu ändern. Somit leisten Peers einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Identitätsgefühls. Die Freundschaften der „Youngsters“ zeichnen sich in der Regel durch ein hohes Maß an Ehrlichkeit und Offenheit aus. Dieser Aufbau von Freundschaften, inklusive des Aufbaus erster festerer Partnerschaften, gilt als eine der Entwicklungsaufgaben des Jugendalters und ist dementsprechend sehr wichtig.

Bei den 16-19-jährigen Jugendlichen gewinnt die Medienwelt immer mehr an Bedeutung.  Sie ermöglicht den „Youngsters“ sich selbst zu finden und sich von der vorherigen Generation ihrer Eltern abzuheben.

Ein wichtiger Punkt ist, dass diese Altersgruppe der 16-19-Jährigen trotz wachsender Selbständigkeit noch von Zukunftsängsten geprägt ist, die durch den bevorstehenden Schulabschluss bzw. Eintritt ins Berufsleben hervorgerufen wird. Außerdem befinden sich die Jugendlichen zudem noch in einer Phase, in welcher sie den Sinn des Lebens suchen.

Die „Twens“ – die 20-27-jährigen jungen Erwachsenen

 

Die erste große Entwicklungsphase ist mit ca. 24 Jahren abgeschlossen. Der präfrontale Kortex, der wichtig für soziale Entscheidungsprozesse und die Ich-Entwicklung ist, hat nun als letzter Hirnteil seine erwachsene Form angenommen. Welche Eigenschaften den „Twen“ dann kennzeichnen – ob er einzelgängerisch oder gesellig, egoistisch oder selbstlos, gewissenhaft oder nachlässig, emotional stabil oder schwankend, neugierig oder lernunwillig ist –, ist nun in starkem Maße entschieden. „Twens“ die jetzt in der Lage sind in Gemeinschaft zu leben, verschiedene Blickwinkel auf Sachverhalte einzunehmen und Konflikte zu lösen, sind gut auf die wachsende Verantwortung vorbereitet, die nun ins Leben tritt. Die jungen Erwachsenen müssen schwierige Entscheidungen fällen, für einen Ausbildungsplatz, einen Studiengang, einen Wohnort, einen Partner. Mit dem ersten Gehalt werden sie unabhängig, und damit stehen weitere Entscheidungen an: Wünsche erfüllen, reisen, sparen, investieren, an die Rente denken, Studienschulden zurückzahlen …

Die Vielzahl an Optionen kann für die jungen Erwachsenen schnell zu einem Stressfaktor werden. Erstmalig ergibt sich dadurch auch das Risiko existenzieller Irrtümer. Für viele „Twens“ sind gerade dies heilsame Erfahrungen, da sie die Möglichkeit bieten, Korrekturen vorzunehmen. Manche erleben zum ersten Mal Angst, die frisch gewonnene Selbstständigkeit könnte direkt in ein existenzielles Unglück führen. Trotzdem erleben sich viele der jungen Erwachsenen in dieser Phase immer noch behütet von Eltern, Chefs oder Professoren und Lehrern. Sie sind noch in einem Alter, in dem sich ältere Erwachsene ihrer annehmen und ihnen zur Seite stehen. Während die Jugendzeit von kurzfristigen Thrills lebte, steht nun eher Dauerhaftigkeit und Kontinuität im Vordergrund.

Übersicht der Entwicklungsphasen

Preschool-Kids, 4 – 6 Jahre

 –   Sinn und Zweck werden hinterfragt

 –   Freundschaften zu Gleichaltrigen werden wichtiger

 –   Abgrenzung zu anderen Generationen

Kids, 7 – 9 Jahre

  –   Ausdifferenzierung geschlechtsspezifischen Verhaltens

  –   Starkes Wettbewerb- und Konkurrenzdenken

  –   Übernahme von Urteilen

  –   Sammelleidenschaft

Tweens, 10 – 12 Jahre

  –   Sinn und Zweck werden hinterfragt

  –   Freundschaften zu Gleichaltrigen werden wichtiger

  –   Abgrenzung zu anderen Generationen

  –   Ausdifferenzierung geschlechtsspezifischen Verhaltens

  –   Starkes Wettbewerb- und Konkurrenzdenken

  –   Übernahme von Urteilen

  –   Sammelleidenschaft

Teenager, 13 – 15 Jahre

  –   Verwendung von Jugendsprache

  –   Auseinandersetzung mit der eigenen Person

  –   Distanzierung von den Eltern

  –   Fokus auf die Peergroup

  –   Interesse am anderen Geschlecht

Youngsters, 16 – 19 Jahre

  –   Entwicklung persönlicher Vorstellungen

  –   Fokus auf Zukunftsplanung

  –   Übernahme von Verantwortungen

  –   Identitätsbildung

Twens 20 – 27 Jahre

  –   Entwicklung konkreter Zukunftsvorstellungen

  –   Persönlichkeitsentfaltung

  –   Eigene Haushaltsorganisation

  –   Zunehmende Rollenvielfalt der jungen Erwachsenen

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